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Bedarfsorientierte kreativtherapeutische Angebote im Kinderschutz-Zentrum Dortmund

Seit August 2010 existieren zwei verschiedene Kreativtherapiegruppen im Haus. Eine Mitarbeiterin hatte sich im Rahmen einer dreijährige Weiterbildung zur Kreativtherapeutin ausbilden lassen. Nach der Einrichtung eines Kreativraumes konnte dieses Angebot ermöglicht werden.

Maximal vier Kinder pro Gruppe können im Kreativraum zusammen gruppentherapeutisch betreut werden. Dieser „geschützte Raum“ und die altershomogene Gruppe ermöglicht den Kindern - auch durch die Erfahrung, kein Einzelschicksal zu sein - die Verarbeitung ihrer schlimmen Erfahrungen und das Sammeln von Zuversicht für ihren Alltag.

Alle Kinder, die z.Zt. diese Gruppen besuchen, sind in der Vergangenheit und oft in familiären Zusammenhängen Opfer von Gewalt und / oder Vernachlässigung geworden.

Diese Kinder, die aufgrund ihrer Lebenssituation einerseits eine besondere emotionale Bedürftigkeit zeigen, andererseits auch durch Verhaltensauffälligkeiten, wie beispielsweise Aggressionsausbrüchen gegenüber Lehrern und Mitschülern, Probleme in der Schule haben, sollen im Rahmen der gruppentherapeutischen Begleitung Unterstützung in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung erhalten.

Da gibt es z.B. Anna und Samira , die viele Anzeichen von schwerer Vernachlässigung und Misshandlung zeigen. Ihr Verhalten ist distanzlos; sie wirken wenig gepflegt und liegen in ihrer Entwicklung weit zurück. Beide haben kaum positive soziale Kontakte in der Schule und sind wenig selbstbewusst. Peter fällt hauptsächlich durch sein besonders aggressives Verhalten in der Schule und in der Familie auf. Er ist von seinem Stiefvater schwer misshandelt worden.

Die meisten Kinder werden von freien Trägern der Jugendhilfe oder ihren Eltern im Kinderschutz-Zentrum angemeldet. Hier entscheiden wir dann, welche Therapie für die Kinder hilfreich sein könnte.

 

Wie wirkt Kreativtherapie?

Ziel dieser gruppentherapeutischen Angebote ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, für sie wichtige Themen nicht nur über Sprache, sondern über andere, kreative Wege zum Ausdruck zu bringen. Nicht immer lassen sich Dinge, die Angst machen oder die nicht zu verstehen sind, in Worte fassen. Durch Kreativtherapie erhalten die Kinder die Möglichkeit, kreative Ausdruckmittel zu (er)lernen.

Die Gruppenstunden, die einen festen Beginn  und einen geregelten Abschluss haben, geben den Kindern, die viele Unsicherheiten erlebt haben, verlässliche Struktur und Halt. Stete Wiederholungen bestimmter Vorgänge sowie die Regeln des Miteinanders helfen den Kindern bei der Einschätzung, worauf sie sich einzustellen haben.

Die Möglichkeit, über das kreative Tun zu sprechen, Fragen und Unsicherheiten klären zu können, gibt den Gruppentreffen weitere Impulse. Die Kinder können dadurch auch eigene Stärken und Schwächen erkennen und Neues ausprobieren. Die Selbständigkeit und das eigenverantwortliche Handeln werden auch dadurch unterstützt, dass sie sich in einem Raum bewegen, in dem sie - frei von (Leistungs-)Druck und Kritik - bei ihren Experimenten begleitet werden.

Inhaltlich geht es in den Stunden darum, jedem Kind ein passendes Angebot zu machen. Die Arbeit mit Malmitteln ist dabei ein wichtiger Teil des kreativtherapeutischen Arbeitens. Das setzt voraus, dass die Kinder zunächst alle Materialien kennenlernen  und ausprobieren können.

Bei der Ausgestaltung des neu eingerichteten Kreativraumes wurde deshalb darauf geachtet, möglichst verschiedene, handelsübliche Malmaterialien für Kinder wie Wasserfarbkästen, Acrylfarben in Tuben und Flaschen, Fingerfarbe, Textilfarbe, aber auch Wachsmaler, Blei-und Buntstifte anzuschaffen. Neben Pinsel besserer Qualität waren auch Bindemittel wie Kleber, Holzleim, Gips u.a. besorgt worden. Als Malgründe sind Zeichenblöcke, Kartonpapier, dünne Hartfaserplatten und Keilrahmen in unterschiedlicher Größe vorhanden.

 

Beispiele aus der Praxis

  1. Für fast alle Kinder war bisher der Kontakt mit Acrylfarben neu. In der Arbeit mit diesen Farben konnten sie beispielsweise die Erfahrung machen, dass das Experimentieren mit Farben  ganz viel mit ihnen persönlich zu tun hat. Es geht um Gefühle bei bestimmten Farben, which replica watch is best es geht um Mut, etwas auszuprobieren, es geht um selbständiges Tun in einer Gruppe, in der fast „spielerisch“ Sozialkompetenzen erlernt werden können. Daraus kann z.B. eine über mehrere Wochen stattgefundene Gestaltungsarbeit von Leinwänden mit allen Materialien, von denen sich die Kinder angesprochen fühlen (Farben, Gips, Sand, Wolle, Perlen und vieles mehr) und die sie mit Begriffen wie „Wohlfühlen , Ruhe, Lieblingsort“ in Verbindung gebracht haben, entstehen.
  2. In der Gruppe mit den jüngeren Kindern wurde z.B. über einige Wochen ein kleines Projekt durchgeführt, in dem zunächst aus Alltagsmaterialien wie Blumentöpfen, Küchenrollen, Käseschachteln etc. Musikinstrumente hergestellt wurden. Im Anschluss konnten die Mädchen diese ausprobieren. Wie viel Mut es braucht, um vor den anderen zu trommeln oder wie „stark“ man schon ist, wenn das bereits gelingt, kann den Kindern sehr deutlich auch in diesen spielerischen Situationen rückgemeldet werden.

Die Gruppe I besteht aus vier Kindern im Alter von 8-9 Jahren; die Gruppe II setzt sich aus vier Kindern im Alter von 12-13 Jahren zusammen. Beide Gruppen treffen sich bisher 14tägig.